Ägyptischer Diktator Mubarak sagt Demonstranten den Kampf an

Am gestrigen Freitag Abend ist der ägyptische Diktator Husni Mubarak anlässlich der Revolte in Ägypten das erste Mal seit Wochen vor die Fernsehkameras getreten und hat den Demonstranten dort eine Kampfansage gemacht.

Er habe die Pflicht, die Sicherheit und Ordnung zu gewährleisten und er werde das tun. Er denke nicht daran, zurückzutreten, sondern hat angekündigt, morgen eine neue Regierung zu ernennen, die diese Aufgabe konsequent umsetzen wird. Gleichzeitig hat Husni Mubarak Panzer in das Zentrum der Hauptstadt Kairo beordet, die ihre Kanonen auf die Protestierenden gerichtet haben. Die Opposition hat noch keine Antwort auf die Kampfansage von Mubarak veröffentlicht.

An der Grenze zu Gaza hat die ägyptische Armee das Feuer auf eine Menschenmenge eröffenet, die versucht hat, die Blockade von Gaza zu brechen. Über große Teile von Ägypten hat Mubarak eine nächtliche Ausgangssperre verhängt. Seit Beginn der Ausgangssperre schießt die Poizei mit scharfer Munition auf Protestierende. Es hat zahllreiche Tote gegeben. Allein in der Stadt Suez sollen 13 Menschen erschossen worden sein.

Um den Protestierenden Kommunikationsmöglichkeiten zu nehmen, hat Mubarak in Ägypten Internet und Mobilfunk größtenteils abschalten lassen.

Nachtrag: Unmittelbar nach der Rede von Husni Mubarak ist Barack Obama mit einem Statement zu Ägypten live an die Öffentlichkeit gegangen. Er bezog sich darin, auf die Ansprache von Mubarak und ein Telefonat, was er mit ihm anschließend geführt habe. Darin tritt Barack Obama voll auf die Bremse, stellt keine konkreten Forderungen an Ägypten und akzepiert, dass Husni Mubarak an der Macht bleibt – und das, obwohl die USA in den Tagen und Jahren zuvor mit GONGOs, der US-Medienmaschine und Regierungsstatements die Proteste für den Regime Change angefacht hatten. So wie es aussieht, ist den USA ihr Versuch, Ägypten durch das Schüren von ein paar Protesten ein wenig zu erneuern und dort eine hübsch aussehende pro-amerikanische Pseudo-Demokratie nach deutschem Muster einzuführen, außer Kontrolle geraten. Die Nervosität der US-Administration ist deutlich zu spüren. Richard Nathan Haass, Vorsitzender des mächtigen CFR, erklärt bei CBS etwas zeitgleich, dass die USA es nicht mehr in der Hand haben, ob es in Ägypten einen Regime Change geben wird. Das ägyptische Militär werde schon bald, vermutlich schon morgen, bekannt geben, ob das Regime überleben wird, und dann werden die USA sich mit der Entscheidung des Militärs arrangieren. Zumindest Teile der Armee scheinen bisher gewillt zu sein, Mubarak zu stützen. Die Muslimbruderschaft hat derweil angekündigt, den Aufstand gegen den Diktator fortzusetzen.

(Dieser Artikel erschien zuerst im Blog Mein Parteibuch und wurde hier gespiegelt, da Mein Parteibuch wegen anhaltender DDoS-Angriffe nach wie vor zum Teil nur schwer erreichbar ist.)

9 Gedanken zu “Ägyptischer Diktator Mubarak sagt Demonstranten den Kampf an

  1. Gestern Abend war der egyptische Militäroberhaupt in USA. Der hat die Reise unterbrochen. Gleichzeitig marchierte das militär.
    Laut einer Amerikanischer Politiker gegenüber der Jazeera. Wenn die Polizei nicht, soll das Militär die Arbeit machen. Lieber dass tausende Menschen Sterben als das Regim runtergeht…
    Gestern Abend haben Demonstraten fast alle Polizeiwachen und Polizeipräsedien in Flammen gesteckt.
    Barrak will nicht gehen. Aus seiner Rede konnte man ableiten, dass er bereit alles in Kauf zu nehmen um in der Macht zu bleiben.
    Fast auf alle Militärfahrzeuge schrieben die Demonstraten : verpiss dich Mobarak.
    Heute haben Arbieter in Zuisse nicht mehr arbeiten zu gehen bis zum Regimwechsel…..

  2. Laut der Bürger in Egypt, die demostrieren nicht wegen Brot und mehr Gehalt, sondern wegen reginwechsel.Der Haupthintergrung, die Fäschung der Letzten parlamentarischen Wahlen und der Privatisierung des öffentlichen Eigentum unter Freunden für läscherlichen Summen (Diebstahl halt).

  3. @Ilyasse:
    In den USA wa gerade ein ägyptisches Militärteam unter Führung von Chief of Staff Lieutenant General Sami Anan.

    Die Muslimbruderschaft meldet heute:

    „14:00 Unconfirmed: Army Chief of Staff, General Sami Anan, leading revolt within army ranks to remove the dictator New“

    Also zu deutsch: „Nicht bestätigt: Armee Chief of Staff, General Sami Anan führt eine Revolte innerhalb des Militärs an, um den Diktator zu entfernen.“

    Das ist gerade der entscheidende Punkt. Auf welche Seite wird sich das Militär stellen?

  4. Es sind info, dass die Polizei hat eine Paar politische gefangene im Gefangnis Abuzaabel und Tura..
    Man vermutet, dass die Gefangene Mitglieder der Muslim Bruderschaft sind.
    das ist noch ganz unklar auf welche seite, das Militär steht.

  5. Pardon nicht Tura sondern kabta oder kata weiss ich nicht genau. Es sind zur zeit mehr als 70 getötete gefangene. Von der Polizei getötet. Das sind gefangene, die das mitteilen.

  6. Die Söhne von Mabarak Alaa und Jamal und deren Frauen sind heute in London gelandet.

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.