Karzai will Arbakai-Milizen im Nordosten Afghanistans entwaffnen

Der von den USA eingesetzte afghanische Marionettenpräsident Hamid Karzai hat vor einem Monat angeordnet, die Arbakai-Milizen in den von deutschen Besatzungstruppen besetzten afghanischen Provinzen Kundus und Baghlan zu entwaffnen. Dies berichtete der arabische Nachrichtensender Al Jazeera am vorgestrigen Mittwoch.

Traditionell waren Arbakai im Südosten von Afghanistan als lokale Dorfschützer tätig. Lokale Bosse haben dieses Konzept später mit Billigung der Regierung in Kabul auf die von der deutschen Bundeswehr besetzten Provinzen Kunduz und Baghlan ausgedehnt, vorgeblich um die Bevölkerung vor Taliban zu schützen. Die in westlichen Medien meist unter dem Begriff Taliban subsumierten Widerstandskämpfer in Afghanistan betrachten ihre Tätigkeit hingegen als Schutz der afghanischen Bevölkerung vor ausländischen Besatzern, den afghanischen Marionettenkräften und den mit ihnen verbündeten Millizen.

Den Arbakai-Milizen in Kundus und Baghlan wird nun vorgeworfen, willkürlich von Afghanen mit vogehaltener Waffe Schutzgelder zu erpressen, illegale Checkpoints zu errichten, Eigentum zu rauben und Menschen nach Gutdünken in private Gefängnisse zu verschleppen. All Jazeera berichtete auch davon, dass Arbakai in Kunduz ein Mädchen ermordet haben und ihrer Mutter, deren Tätigkeit für eine internationale Organisation die Arbakai missbilligten, zur Warnung in einer Tasche vor die Tür gestellt haben.

Unklar ist, wer die Entwaffnung der Arbakai-Milizen in Kunduz und Baghlan durchsetzen soll. Die deutsche Besatzungsmacht wirbt derzeit in der Region Rekruten an, denen nach einem achtwöchigen Schnellkurs eine Waffe in die Hand gedrückt und der Titel Polizist verliehen wird. Im April lezten Jahres wurde bekannt, dass etwa 90% der Rekruten Analphabeten sind.

Bereits unmittelbar nach dem Durchlaufen des Schnellkurses desertieren zahlreiche der frisch erkrutierten Marionettenkräfte. Im August letzten Jahres berichtete die russische Nachrichtenagentur RIA Novosti, dass von 109.000 afghanischen Polizisten Militärexperten zufolge bereits rund 25.000 desertiert seien, wobei sie in der Regel ihre Waffen mitnähmen. Über den Anteil der von der deutschen Bundeswehr ausgebildeten Polizisten, die desertieren und anschließend mit der von der Bundeswehr gestellten Waffe eine Karriere als Milizionär der Arbakai beginnen, liegen keine konkreten Zahlen vor.

Damit zumindest Teile der deutschen Bevökerung weiterhin an die Märchen von den tollen Erfolgen an der deutschen Ostfront glauben, hat der mit Geldern der Rüstungsindustrie gut geschmierte deutsche Propaganda-Apparat über die Tätigkeit der gemeinsam mit der deutschen Bundeswehr gegen „Taliban“ kämpfenden Arbakai-Milizen eine Nachrichtensperre verhängt. Kein deutsches Medium berichtete von den Verbrechen der Arbakai oder über den von Hamid Karzai ausgegebenen Befehl zur Entwaffnung der Arbakai-Milizen in Kundus und Baghlan.

Der deutsche Bundestag wird voraussichtlich am 21. Januar darüber abstimmen, ob Deutschland sich weiter am Krieg gegen Afghanistan beteiligen wird. Zentraler Bestandteil des Auftrages deutscher Besatzungstruppen in Afghanistan soll wieder die Rekrutierung von jungen Männern werden, denen nach einem Schnellkurs der Titel Polizist verliehen und eine Waffe ausgehändigt wird.