BRICS-Erweiterungskandidaten?

Die als BRICS bekannte lose Gruppe der aufstrebenden Staaten Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika, die unter Anderem eine Unzufriedenheit mit der gegenwärtigen US- und EU-lastigen Machtverteilung in IWF und Weltbank eint, schreitet auf dem Weg zu einem Gegengewicht zur G7 voran.

So treibt Indien die Gründung einer BRICS-Entwicklungsbank voran, schmiedet Südafrika Pläne für eine unabhängige BRICS-Telekommunikationsinfrastruktur und gemeinsam senden sie dem zur Finanzierung weiterer zionistischer Angriffskriege um Geld bettelnden IWF die Botschaft, dass es ohne mehr Macht für die BRICS kein zusätzliches BRICS-Geld für den IWF gibt.

Klar, dass so ein Club wie die BRICS auch für andere Staaten attraktiv ist. Welche Staaten aber könnten die BRICS dabei ins Auge fassen? Alexandra A. Arkhangelskaya, Vorsitzende des Centers für Information und internationale Beziehungen des Institut für Afrikawissenschaften an der russichen Akademie der Wissenschaften, hat IPS gegenüber nun die Namen von fünf Staaten fallengelassen, von denen sie meint, dass sie geeignete BRICS-Ereiterungskandidaten wären, nämlich Indonesien, die Türkei, Australien, Nigeria und Mexiko.

Das sind tatsächlich allesamt bevölkerungsstarke Staaten mit hervorragenden wirtschaftlichen Perspektiven. Gemessen im BIP zu Marktpreisen stehen diese Staaten gegenwärtig für rund 6% der Weltwitschaftsleistung. Zusammen mit den BRICS kämen sie gegenwärtig auf etwa 27% der Weltwitschaftsleistung. Zwar liegen die G7-Staaten diesbezüglich mit derzeit rund 48% diesbezüglich noch weit vorn, doch werden sich die weltwirtschaftlichen Gewichte in Zukunft allen bekannten Prognosen zufolge ein ganzen Stück in Richtung BRICS verschieben. So sagt der IWF den G7-Staaten gemessen in BIP zu Marktpreisen bis 2017 ein Schwinden ihres Anteils an der Weltwitschaftsleistung auf etwa 43% voraus, den BRICS hingegen mit diesem Maßstab gemessen einen Anstieg auf 24%. Dabei spricht Alles dafür, dass die G7-Staaten schwächer wachsen, der wichtige BRICS-Staat China schneller wächst als vom IWF prognostiziert und der Unterschied bis 2017 noch deutlich geringer wird, sodass ein Verhältnis G7 zu BRICS von 36% zu 29% gerechnet in Anteil am Welt-BIP gerechnet in Marktpreisen realistischer erscheint. Würden die BRICS bis 2017 um die von Alexandra A. Arkhangelskaya erweitert werden, so dürften die so erweiterten BRICS realistischerweise damit rechnen, im Jahr 2017 für rund 37% Anteil am Welt-BIP gerechnet in Marktpreisen verantwortlich zu zeichnen.

Sollte es dazu kommen, dass diese Staaten dem Club der BRICS-Staaten beitreten, würde das den G7-Terrorregimes also vermutlich gar nicht gefallen. Die BRICS könnten damit die G7 bereits 2017 wirtschaftlich überholen und dann abhängen. Und obendrein würde das wichtige gegenwärtige Allianzen führender G7-Staaten in Frage stellen. So ist die Türkei NATO-Mitglied, Mexiko durch NAFTA an die USA gebunden und nicht wenige Briten betrachten Australien immer noch als Teil des britischen Empires.

Doch andererseits stehen die Chancen für eine solche Erweiterung der BRICS-Staaten gar nicht so schlecht, denn eine Mitgliedschaft im BRICS-Club bietet aufgrund des hohen BRICS-Wachstums jedem Staat bessere Wirtschaftsperspektiven als die aufgrund von ständigen Krisen seit Jahren nahezu stagnierenden G7-Staaten.

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1 Kommentar

  1. […] hat Alexandra A. Arkhangelskaya von der russichen Akademie der Wissenschaften gerade ganz zufällig IPS gegenüber Indonesien, die Türkei, Australien, Mexiko und den ölreichen und bevölkerungsstarken […]


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