Was nicht gesagt werden darf

15. April 2012

Die staatliche deutsche Märchenschau versucht auch nach dem exzellenten Grass-Gedicht “Was gesagt werden muss” ihre Leser weiter für dumm zu verkaufen und der zionistischen Propaganda nicht genehme Fakten zum israelisch-iranischen Konflikt von ihrer Leserschaft fernzuhalten.

In Antwort darauf, dass ein unter dem Pseudonym “Kim Buch” auftretender zionistischer Troll den Kommentarbereich zum heutigen Artikel “Istanbul: Vorsichtiger Optimismus nach Atomgesprächen mit Iran” in zahleichen Kommentaren versuchte, Angst vor dem Iran zu schüren, und dabei beispielsweise die Behauptung verbreitete, dass der Iranische Präsident Ahmadinejad im Jahr 2005 mit einem bekannten oft falsch übersetzten Khomenei-Zitat “die faktische physische Zerstörung des Staates Israel forderte,” sendete ein Parteibuch-Leser folgenden Kommentar:

Wer droht wem wie mit Krieg und Vernichtung?

@Kim Buch
Es steht außer Frage, dass die strittige Äußerung von Ahmadinejad, und nicht nur diese, verurteilenswert ist. Der Iran betont allerdings seit Jahren immer wieder, dass er keinen Angriffskrieg gegen niemanden führen will, weder jetzt noch irgendwann in der Zukunft. Iran wünscht sich jedoch weiterhin, dass das zionistische Regime Geschichte wird, genauso wie Israel sich wünscht, dass das iranische Mullah-Regime Geschichte wird.

Der israelische Präsident Shimon Peres wurde hingegen im Februar 2012 in Bezug auf Iran mit der Äußerung zitiert: “Wenn wir sagen, alle Optionen sind auf dem Tisch, dann meinen wir das auch so.”

Das kann durchaus als stehende Kriegsdrohung interpretiert werden. Dabei ist klar, dass es bei einem Angriff auf Nuklearanlagen zu größeren Strahlenfreisetzungen kommen kann. Ein mit nuklearen Waffen geführter israelischer Angriff wurde von Shimon Peres dabei auch nicht ausgeschlossen.

Der Kommentar wurde von der Tagesschau-Zensur nicht freigschaltet.

Die in dem Kommentar gemachten Behauptungen sind leicht nachprüfbar und sollten allgemein bekannt sein. Zum Beispiel berichtete der Guardian 2007, dass Ayatollah Khamenei schon kurz nach dem berühmt-berüchtigten Ahmadinejad-Khomenei-Zitat im Jahr 2005 erklärte, Iran hat nie ein Land bedroht und wird nie ein Land bedrohen. Die eindeutige Aussage Irans, keinen Angriffskrieg gegen niemanden führen zu wollen, wurde seitdem von den verschiedensten maßgeblichen Funktionsträgern des Iran ständig und wie ein Mantra wiederholt, so zum Beispiel am 5. Februar 2012 mal wieder in aller Deutlichkeit von Brigadegeneral Mohammad Pakpour, dem Kommendeur der Bodentruppen der Revolutionären Garde.

Shimon Peres wird hingegen in Bezug auf den Iran tatsächlich von zahlreichen Medien wie zum Beispiel der “Times of Israel” mit der Aussage zitiert: “Wenn wir sagen, alle Optionen liegen auf dem Tisch, dann meinen wir das auch so.”

Die staatliche deutsche Tagesschau verschweigt diese Fakten nicht nur so gut es geht in ihrer redaktionellen Berichterstattung, sondern zensiert sogar entsprechende Leser-Kommentare weg, die darauf aufmerksam machen.

Günter Grass sprach im Zusammenhang mit der Einseitigkeit der deutschen Medienlandschaft in Bezug auf sein Gedicht von einer “gewissen Gleichschaltung der Meinung”. Auch wenn der Begriff Gleichschaltung provozierend ist, so ist die Tatsache nicht zu übersehen, wie Medien versuchen, die Meinung zum Israel-Iran-Konflikt in Deutschland durch einseitige Berichterstattung, selektive Faktenauswahl und Unterstützung zionistischer Trollerei in eine Israel genehme Richtung zu manipulieren.

PS: Falls hier zufällig gerade ein Bundestagsabgeordneter / eine Bundestagsabgeordnete oder ein Mitarbeiter eines Abgeordneten mitliest: Wie wäre es damit, mal eine kleine ANfrage an die Bundesregierung zu stellen, in der die Bundesregierung unter anderem gefragt wird, ob sie eine Zusage der israelischen Regierung hat, eventuelle “Militärschläge” gegen Iran nicht mit Nuklearwaffen durchzuführen und wenn ja, welcher Art die Zusage ist?

8 Responses to “Was nicht gesagt werden darf”

  1. Lynx Says:

    Mit der Verleihung des Friedensnobelpreises an Shimon Peres hat man den Bock zum Gärtner gemacht. Dies ist nur eines von zahlreichen Beispielen für die verfehlte Verleihung des Friedensnobelpreises an Personen, die ihn nicht verdienen.

    • Steffen Says:

      Ja richtig, der Friedensnobelpreis ist wohl bereits seit langem eher Farce oder Satire und wer wundert sich denn noch über die Farce der “Westlichen Wertegemeinschaft” im Ganzen, vielleicht die immer wieder dumm gehaltenen “Michel und Lischen Müller”, die teilweise auch noch dumm gehalten werden wollen, wenn’s bequemer ist, solange es nicht zu eng wird im eigenen Portmonee?
      Wie war das nicht z.B. mit dem Friedensnobelpreis:
      “Friedensnobelpreis für Hitler:
      Adolf Hitler war für den Friedensnobelpreis 1939 vorgeschlagen. Als Begründung steht dort in der Nominierungsdatenbank lediglich, dass “Hitler der Führer der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei war”. Schockierend, nicht? Denn damals war das Expansionsstreben des “3. Reichs” schon mehr als offensichtlich, auch wenn es bis zum Kriegsbeginn zur Zeit der Nominierung noch ein paar Monate dauern sollte. Wie kam es dazu? Wer nominierte Hitler und warum?

      Schweden hatte zwar durchaus seine eignen Nazis, es war jedoch der schwedische Sozialdemokrat und Reichtstagsabgeordnete Erik Brandt, der die Nominierung beim Nobelkommitee einreichte. Das macht die Sache erst recht seltsam und man findet im Netz allerlei Spekulationen und Aussagen wie

      Wir wissen nicht, welche Argumente der Parlamentarier für Hitler ins Feld führte. [...] [Er muss] etwas verwirrt gewesen sein.

      Das war er jedoch keineswegs. Die Nominierung geschah nämlich aus Protest und als Satire. Brandt war empört, dass zwölf andere schwedische Reichstagsabgeordnete den britischen Premier Neville Chamberlain für seinen Beitrag zum Münchner Abkommen für den Friedenspreis vorgeschlagen hatten. Brandt sah – aus heutiger Sicht völlig richtig – die Gefahr dieser Appeasement-Politik und argumentierte, dass Chamberlain den Friedenspreis genauso wenig verdient habe wie Hitler.
      Der Nominierungsbrief strotzt vor bitterer Ironie und ist so lesenswert, dass ich ihn mal eben übersetzt habe: ….”
      Link: http://www.fiket.de/2010/07/08/friedensnobelpreis-fur-hitler/

  2. Jens Says:

    @Kim Buch
    … er “keinen” Angriffskrieg gegen “niemanden” führen will …

    War die doppelte Verneinung gewollt? Klingt merkwürdig. Ich frage mich, was man uns mit dieser doppelten Verneinung sagen oder welchen Eindruck damit erwecken möchte.

    Solche Troll wie “Kim Buch” kann man jedenfalls nicht ernst nehmen …


  3. Nobelpreis fuer frieden,int.gerichtshoff,IAEA,security council,menschenrechtsorganisationen.alle sind in complicenschaft mit Nato & westen & von dennen
    soll nichts erwartet werden.

  4. antagonistica84 Says:

    http://principiis-obsta.blogspot.de/

    Eine Nachlese zur Jauche-Sendung vom Sonntag.

  5. dejavu Says:

    Bin heute über einen link auf netnewsglobal auf eine eigenartige homepage gestoßen.Die linkliste weisen die Seite als dem linken spektrum zugeordnet auf (Nachdenkseiten, spieglefechter etc.).
    Andererseits hat der Betreiber einiges an Grass auszusetzen.
    Und das auf eine ziemlich blöde Art, wie ich finde.
    Mein Kommentar, den ich leider nicht zwischengespeichert habe, wurde auch nicht veröffentlicht.

    http://tautenhahn.blog.de/2012/04/09/auschwitz-gedicht-schreiben-barbarisch-13478138/

    Ich hatte mich in etwas so zum Thema gemeldet.

    “Ich habe den Eindruck hier haben einige, weder Adorno noch Grass verstanden.
    Adorno meinte wohl, die Zeiten, der um sich selbst kreisenden Schöngeisterei, sei nach Ausschwitz abgelaufen.

    Nun kommt also ein Dichter und nimmt ihn beim Wort und redet Tacheles.
    Dabei hat er sich nach Meinung des Autors und mancher Kommentatoren, schuldig gemacht, nicht auf die out of area Einsätze eingegangen zu sein.
    Und, Pfui Deibel, er hat kein Wort über den Mindestlohn gesagt. ”

    Wie gesagt, Kommentar wurde nicht freigeschaltet, und ich frage mich immer noch, was das für eine komische Seite(Sekte) ist.


  6. [...] machen, und Iran und Israel ethisch-moralisch auf eine Stufe stellen. Es ist schießlich so, dass Iran nicht, aber Israel seine Absicht bekundet hat, ein Verbrechen gegen den Weltfrieden zu begehen. [...]

  7. freigeist Says:

    Kim Buch ist nebst tagtest und freierwesten, der größte Zionisten-Troll der tagesschau. Mich würde es nicht wundern, wenn diese Personen zum Personal der tagesschau gehören oder aber ein Mitglied zionistischer Spamfabriken ist (Megaphon-User).

    Die TS-Mods schalten noch so verachtenswerte Lügen und Propaganda gegen Palästina, Iran und den Islam frei. Antworten, Widerlegungen und Gegendarstellungen werden stets zensiert.

    Driftet die Diskussion in Verurteilung der zionistischen Verbrechen ab, schließt die TS die Kommentarfunktion sofort und ohne Ankündigung.

    Daher sehe ich die Meta-TS schon seit langem nicht als Diskussionsforum, sondern als Tummelplatz für Hetzer und Demagogen an.

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.