Tabubrüche

9. April 2012

Die israelische und die deutsche Regierung haben einen entscheidenden Tabubruch zu viel begangen, einen Tabubruch, der es Menschen mit Gewissen unmöglich macht, weiter die bequemen Tabus aufrecht zu erhalten, die die deutsch-israelischen Beziehungen bislang prägten, sei es aus Freundschaft oder anderen Gründen.

Die israelische Regierung plant ganz offen in naher Zukunft einen Angriffskrieg gegen den Iran zu führen und die deutsche Regierung liefert Israel zur Unterstützung des geplanten Angriffskrieges mit konventionellen und atomaren Raketen bestückbare Uboote.

Günter Grass hat darauf mit seinem exzellenten Gedicht “Was gesagt werden muss” – dessen Raffinesse manch Einem auf den ersten Blick offenbar entging und erst durch die nachhaltend wütenden Reaktionen schtbar wird – geantwortet, in dem er seinerseits zahlreiche literarische Tabubrüche begeht.

Tabubruch 1: Du sollst Israel seine Verbrechen nicht vorwerfen! Günter Grass wirft Israel vor, mit dem Angriff auf Atomanlagen in Iran einen Angriffskrieg, ein Verbrechen gegen den Weltfrieden, zu planen.

Tabubruch 2: Du sollst durch frühere Nazi-Verwendung belastete oder von der Israel-Lobby zur Beschreibung von Nazi-Verbrechen gepachtete Sprache nicht zur Kritik israelischer Verbrechen verwenden! Günter Grass, der von Israel-Freund Marcel Reich-Ranicki über die Jahrzehnte hinweg nicht nur für seine feine Sprache gelobt wurde, verwendet in seinem israelkritischen Gedicht Worte wie Überlebende, Fußnoten, Volk auslöschen, Schweigen, Zwang, ureigenen Verbrechen, Wiedergutmachung, allesvernichtende, nie zu tilgendem Makel, belastet, Mitschuld, üblichen Ausreden und Wahn. In einem Interview kurz nach Veröffentlichung des Gedichtes und ersten empörten Reaktionen, konstatierte Günter Grass dann obendrein noch Nibelungentreue und eine “gewisse Gleichschaltung der Meinung”.

Tabubruch 3: Du darfst in Bezug auf israelische Schandtaten niemals das Stilmittel der Übertreibung nutzen! Übertreibungen, fachsprachlich Hyperbeln gnannt, sind, wie jeder Schüler aus dem Deutschunterricht wissen sollte, ein in Gedichten häufig genutztes, geradezu typisches Stilmittel (siehe z.B. hier Marcel Reich-Ranicki: Man soll übertreiben!). Günter Grass dichtet: “Es ist das behauptete Recht auf den Erstschlag, der das … iranische Volk auslöschen könnte,” doch die Zionisten diskutieren öffentlich – wenn man mal von Ansätzen von Leuten wie Benni Morris (“Ein israelischer Nuklearschlag, um die iranische Bombe zu verhindern, ist wahrscheinlich”), John Bolton und Hillary Clinton absieht – keinen flächendeckenden auf Vernichtung zielenen Angriffskrieg mit Nuklearwaffen, sondern lediglich einen konventionellen Angriff auf iranische Atomanlagen, wobei zwar durch Folgen wie Reaktorkernschmelzen die Zielregionen radioaktiv verseucht werden könnten, aber selbst dann voraussichtlich kaum mehr als einige Millionen Iraner ums Leben kämen, so dass in der befürchteten Auslöschung des iranischen Volkes das in Bezug auf Staaten wie den Iran allgegenwärtige (siehe z.B. hier Tom Segev: “Tag für Tag”), aber in Bezug auf Israel nicht statthafte Stilmittel der Übertreibung zu sehen ist.

Tabubruch 4: Du musst verschweigen, dass die Israel-Lobby unbegründete Antisemitismus-Vorwürfe als wirksame Propagandawaffe nutzt, um gegen Kritiker israelischer Verbrechen vorzugehen. Günter Grass schreibt vom “Zwang, der Strafe in Aussicht stellt, sobald er mißachtet wird; das Verdikt ‘Antisemitismus’ ist geläufig.”

Tabubruch 5: Du darfst nicht die ethisch-moralische Überlegenheit Israels gegenüber seinen direkten und indirekten Nachbarstaaten anzweifeln! Günter Grass nennt den Staatsführer des Iran einen Maulhelden, bezichtigt Israel hingegen gleichzeitig des ethisch-moralisch viel schwerer wiegenden Vorwurfs, eine Gefahr für den Weltfrieden zu sein.

Das Anzweifeln der ethisch-moralischen Überlegenheit Israels kombiniert Günter Grass obendrein assoziativ mit dem Tabubruch, Israel nicht als kleinen verletzlichen Staat darzustellen, der viel militärisch aufgrund der kleineren Bevölkerung schwächer als seine Nachbarn ist, sondern als “Atommacht”, die den von – militärisch weitgehend impotenten – “Maulhelden” geführten Gegnern militärisch durch sein von den USA gesetzlich garantiertes QME allen Staaten der Region gemeinsam militärisch deutlich überlegen ist.

Tabubruch 6: Du darfst die ethnozentrische politische Ideologie Zionismus nicht als Wahn bezeichnen! Günter Grass schrieb in seinem Gedicht von einer “vom Wahn okkupierten Region.” Okkupation ist Besatzung und weckt eine Assoziation an das Westjordanland. Das Westjordanland ist okkupiert von Menschen, die – wie im Parteibuch kürzlich erklärt wurde – dem religiös verbrämten Wahn der ethnozentrischen Ideologie des Zionismus anhängen. Günter Grass hat in einem Interview nach der Veröffentlichung seines Gedichtes auf die äußerst wichtige Feststellung hingewiesen, dass Antisemitismus und Antizionismus zwei unterschiedliche Dinge sind, woraus der richtige Schluss gezogen werden darf, dass eben auch Judentum und Zionismus zwei unterschieliche Dinge sind. Im Parteibuch wurde das so erklärt, dass das Judentum eine Jahrtausende alte Religion ist, der die westliche Zivilisation sehr viel an humanitären Werten zu verdanken hat, während der Zionismus hingegen eine kaum mehr als Hundert Jahre alte politische Ideologie ist, und die Gleichsetzung von Israel mit dem Judentum sowie die Gleichsetzung von Zionisten mit Juden als antisemitisch angesehen werden kann. Man kann den von Günter Grass benutzten Ausdruck der “vom Wahn okkupierten Region” natürlich auch anders interpretieren, aber das ist eben auch am Ende des Gedichtes und könnte durch eine bewusst offene Formulierung dazu gedacht sein, auch einem Wahn anhängende Menschen zum Nachdenken anzuregen.

Tabubruch 7: Du darfst nicht die Anti-Atomkriegs-Bewegung zu Protesten gegen israelische Atomwaffen ermutigen! Günter Grass hat sein Gedicht unter anderem mit Begriffen versehen, die in der Friedensbewegung und insbesondere in den Kreisen, die vor 30 Jahren gegen NATO-Doppelschluss und Atomraketen protestierten, Signalwirkung haben: Erstschlag, Atombombe, allesvernichtende Sprengköpfe und Weltfrieden zum Beispiel. Israel will nicht in den Focus der Friedensbewegung kommen, weil Israel mit seinen Propaganda-Mitteln Schwierigkeiten haben könnte, die im Umgang mit der mächtigen Atomstrom-Lobby gereifte grüne Bewegung kleinzumachen. Und Günter Grass hat das Gedicht vor den traditionellen Ostermärschen der Friedensbewegung veröffentlicht und ruft auch noch zur Unterstützung seiner Kritik auf.

Tabubruch 8: Du darfst das Luxemburger Abkommen nicht als heuchlerischen Pakt zum gegenseitigen Verschweigen von Verbrechen zwischen Nazis und Zionisten bloßstellen! Günter Grass schrieb in seinem Gedicht vier mal das Wort Warum: “Warum schweige ich, verschweige zu lange,” “Doch warum untersage ich mir,” “Warum aber schwieg ich bislang?” sowie “Warum sage ich jetzt erst, gealtert und mit letzter Tinte: Die Atommacht Israel gefährdet den ohnehin brüchigen Weltfrieden?”

Das ist ein zentrales Thema des Gedichtes von Günter Grass. Warum schweigen Deutsche so oft zu israelischen Verbrechen, und wenn Deutsche Israel kritisieren, dann sind Deutsche oft zaghaft, vorsichtig und übervorsichtig? Günter Grass gibt darauf in seinem Gedicht für sich neben der Angst, von unbegründeten Antisemitismus-Vorwürfen getroffen zu werden, seine deutsche, von der Geschichte der Nazi-Verbrechen belastete Herkunft als Grund an.

Günter Grass stellt damit die bis heute gültige Schweige-Grundlage des Luxemburger Abkommens von 1952 bloß. Es ist der Kern der Beziehungen der Bundesrepublik Deutschlands zu Israel. Dieses unausgsprochene unmoralische Abkommen zwischen alten deutschen Nazis und landraubenden Zionisten über die Verbrechen der jeweils anderen Seite zu schweigen und sich gegenseitig zu unterstützen, prägt noch heute die deutsch-israelischen Beziehungen.

Im Parteibuch wurde darauf vor ein paar Tagen eingegangen, als hier kürzlich gefragt wurde, warum die zionistische Lobby in der Welt und in Deutschland so stark ist.

Weltweit sind die zionistischen Strukturen in praktisch jedem Land anders gestrickt. Man muss also jedes Land separat betrachten.

Ein wesentlicher Kernpunkt zionistischer Macht ist, dass es Zionisten gelungen ist, zahlreiche jüdische Organisationen zu übernehmen. Die Geschichte der Übernahme der jüdischer Organisationen durch Zionisten und der teils erbitterte Widerstand nichtzionistischer Juden dagegen findet sich – aus reichlich zionistischer Sicht beschrieben – zum Beispiel hier:

Antizionistische jüdische Bewegungen

Aus nicht-zionistischer Sicht beschrieben findet sich hier etwas zum Aufstieg des Zionismus innerhallb des Judentums:

Jews against Zionism – History

Aufgrund der Übernahme einiger jüdischer Einfussstrukturen durch Zionisten ist auch die jüdische Geschichte relevant, um die Machtstrukturen der Zionisten offenzulegen. Das ist sehr problematisch, denn aus der jüdischen Geschichte ist zwar vieles bekannt, von Rothschild bis Sassoon, doch leider wird davon vieles oft nicht seriös dargestellt, sondern ist entweder dem Bereich antisemitischer und neonazistischer Verschwörungstheorien oder dem Bereich zionistischer Geschichtsmythen zuzuordnen.

Das Zentrum der Macht sind die USA. Wer die USA beherrscht, hat überragenden Einfluss in der Welt. Eine wesentliche tonangebende Kraft in den USA sind Zionisten. Zu den zionistischen Machtstrukturen in den USA ist 2006 gegen den erbitterten WIderstand der zionistischen Lobby ein bahnbrechendes Werk erschienen:

The Israel Lobby and U.S. Foreign Policy

Im Buch von Walt/Mearsheimer fehlt eine Menge, was nicht in die Lobby-Theorie passt, sondern eher auf ein Komplott hindeutet, aber dafür ist das Buch seriös und konkret.

In anderen Ländern sieht es jedoch anders aus und es gibt auch kein seriöses und konkretes Standardwerk, dass den zionistischen Einfluss in der Gegenwart anderer Staaten untersucht. Auch zu den Verhältnissen in Deutschland gibt es in Bezug auf zionistische Machtstrukturen praktisch nichts veröffentlichtes.

Hier im Parteibuch sind mal folgende Worte dazu erschienen:

Die zwanghafte Solidarität mit Israel, ganz gleich wie viele Verbrechen das Regime begeht, ist in Deutschland Staatsräson und ist so dogmatisch, dass sie vermutlich zutreffender mit dem Begriff Staatsreligion beschrieben wäre. Die Gründe dafür sind sicher vielfältig, doch natürlich spielen der von deutschen Faschisten verbrochene Holocaust, der von deutschen Faschisten verbrochene zweite Weltkrieg und die daraus entstandene Situation dabei eine zentrale Rolle.

Die während der Zeit des Nationalsozialismus begangenen Verbrechen wurden in der Bundesrepublik Deutschland nicht wirklich aufgearbeitet. Deutschland wird nach wie vor beherrscht von einer konservativen Partei und den sie unterstützenden Wirtschaftsstrukturen, deren Personal, Bürokratie und Anhängerschaft sich noch lange nach Gründung der Bundesrepublik Deutschland aus alten Nazis zusammensetzte. Während des Nationalsozialismus zusammengeraubte große Vermögen sind heute noch vielfach in der Hand der Erben der Täter. Auch die Kirchen sind noch weit entfernt davon, für ihre zentrale Rolle bei den im Namen des Kampfes gegen den Bolschewismus begangenen Verbrechen entsprechend Buße getan zu haben und den zionistischen Machthabern in heutigen zentralen jüdischen Organisationen sind die der deutschen Öffentlichkeit weitgehend unbekannten bis an Komplizenschaft reichenden Sympathien für die Rassenpolitik der Nazis, durch die die zionistischen Organisationen während des Nationalsozialismus geprägt waren, bis heute ebenfalls peinlich.

Nach dem Ende des zweiten Weltkrieges haben insbesondere die USA in der Bundesrepublik Deutschland dafür gesorgt, dass alte Nazis wieder in Amt und Würden gekommen sind, weil diese den von der dem Nationalsozialismus nahestehenden Ideologie des Antikommunismus geprägten Machthabern der USA als besonders zuverlässige und skrupellose Kämpfer gegen kommunistische Umtriebe galten. Die Machthaber der USA und Konrad Adenauer wollten für die Bundesrepublik Deutschland Westbindung und Wiederaufrüstung. Um diesen Plan in den USA innenpolitisch gut verkaufen zu können, war es notwendig, sich mit jüdischen Organisationen gutzustellen. Die maßgeblichen jüdischen Organisationen waren schon damals – nicht zuletzt wegen des von Deutschland verbrochenen Holocausts – von Zionisten dominiert. 1952 schloss Konrad Adenauer mit der Jewish Claims Conference das Luxemburger Abkommen, in dem Deutschland als Verursacher von Holocaust und Krieg vornehmlich verpflichtet wurde, der israelischen Regierung zu helfen, unter anderem materiell und finanziell bei der Eingliederung von jüdischen Flüchtlingen in Israel. Sehr überspitzt formuliert bedeutete das etwa: Der Staat der Täter zahlte aus dem Steueraufkommen aller darin lebenden Menschen, also auch aus dem Steueraufkommen von kommunistischen KZ-Opfern, Wiedergutmachung an Sympatisanten der Täter. Die wesentliche Gegenleistung für diese seltsame Art der “Wiedergutmachung” dürfte darin bestanden haben, dass Israel durch Schweigen und Anerkennung dafür sorgte, dass die von NS-Tätern dominierte Bundesrepublik Deutschland international nicht als Paria-Staat geächtet und geschnitten wurde.

Der Deal israelische Unterstützung gegen bundesdeutsche Unterstützung brachte vielen Seiten Vorteile. Der Weg für die von den Machthabern in den USA gewünschte antikommunistische Wiederaufrüstung und Westeinbindung der Bundesrepublik Deutschland als Exportnation war frei, zionistische Organisationen und Israel kamen zu Geld, um neue Immigranten nach Israel anzulocken und so den kolonialen Siedlerstaat nach den Vorstellungen der dortigen Machthaber durch größere Reinheit jüdischen Blutes zu festigen und alte Nazis konnten in der Bundesrepublik Deutschland von Zionisten ungestört ihre Karriere fortsetzen, und wie schon unter Hitler einer ihrer Lieblingsbeschäftigungen, nämlich der politischen Verfolgung von Linken, nachgehen.

Daran, die während der Zeit des Nationalsozialismus begangenen Verbrechen wirklich aufzuarbeiten, war natürlich weder den zionistischen Organisationen, die anstelle der Opfer Entschädigungszahlungen für die während des Nationalsozialismus begangenen Verbrechen erhalten hatten, noch den USA, für die der Deal bedeutete, Deutschland in die NATO holen zu können, und erst recht nicht den in Deutschland tonangebenden früheren Nazis, die als Täter nicht nur unbehelligt blieben, sondern oft sogar ihre Beute behalten konnten, ernsthaft gelegen. Ideologisch besonders gut in dieses verschwiegen System passen die Kollektivschuldhypothese und der Anspruch Israels, als jüdischer Staat das Judentum insgesamt zu vertreten. Wenn alle Schuld sind, ist praktisch keiner der wirklichen Täter so richtig persönlich Schuld und Deutschland als Staat muss Israel, ganz gleich was für Verbrechen dessn Regierung begeht, aus Wiedergutmachungsgründen unterstützen. Um die Namen wenigstens einiger in der Bundesrepublik Deutschland einflussreicher NS-Täter aufzudecken und öffentlich bekannt zu machen, bedurfte es erst der Arbeit von Albert Norden, der aus der DDR heraus in den 60er Jahren das Braunbuch herausgab und dafür, obwohl oder gerade weil die Informationen sehr zutreffend waren, übel beschimpft wurde. Dieses schon aus dem Haavara-Abkommen bekannte Prinzip der Zusammenarbeit der höchst unappetitlichen deutschen Rechten mit Zionisten funktioniert in groben Zügen bis heute so.

Hinzu kommt, dass seit dem Ende des zweiten Weltkrieges die Machthaber der USA diese Zusammenarbeit nach Kräften unterstützen. So indet sich in dem von der Besatzungsmacht USA aufgebauten Presse- und Mediensystem der Bundesrepublik Deutschland bis heute keine Kritik an der deutschen Unterstützung für das israelische Besatzerregime, obgleich doch die Lehre aus der NS-Zeit eigentlich sein sollte, dass es Rassentrennung nie wieder geben sollte. Besonders augenfällig ist das in der Springerpresse, wo die Verpflichtung zu bedingungslosen Unterstützung für USA und Israel sogar noch heute als Anlage zum Arbeitsvertrag gereicht wird. Bei anderen Verlagen wird die Interessenverquickung auch auf andere Weise deutlich. Beim Verlagsimperium der Erben von Hitlers bestem Zeitungsdrücker sitzen kriegstreiberische Zionistenkumpels an führender Stelle mit im Boot und einen Teil der Zentrale des Medienimperiums des Sohnes eines alten Nazis aus Köln am Rhein, der kürzlich einen wichtigen Anteil an einer großen israelischen Zeitung kaufen durfte, wurde auf ein in der Nazizeit preiswert erworbenes zuvor in jüdischem Besitz befindliches Grundstück gebaut.

So darf man in Deutschland nicht erwarten, dass die für unbequeme Debatten schon seit langem verschlossenen Hochschulen oder gar, dass die schon in den 60er Jahren von der CIA korrumpierten Gewerkschaften und die mit ihnen verbundene seit Urzeiten total korrupte Partei SPD die Kampagne gegen die Apartheid in Israel und den besetzten Gebieten unterstützen.

Das Video mit Reuven Cabelman erklärt die psychologischen Hintergründe gut, wie die Macht der Zionisten in Deutschland entstand und warum sie bis heute praktisch ungebrochen ist.

Diesen Sachverhalt sichtbar zu machen, ist der größte Tabubruch des Gedichtes und der mit den potentiell weitreichendsten Auswirkungen für die deutsch-israelischen Beziehungen. Günter Grass ist hervorragend dafür geeignet, mehr Menschen dazu zu ermutigen, das unmoralische Schweigen zu den jeweiligen Verbrechen der anderen Seite in den deutsch-israelischen Beziehungen zu brechen. Der heftige und nachhaltige Widerstand gegen das Gedicht kommt von der Seite, die Angst davor hat, dass das Schweigen gebrochen wird und Verbrechen und andere amoralische Handlungen zur Sprache kommen und aufgearbeitet werden. Das betrifft sowohl die Verbrechen in der Nazi-Zeit als auch gegenwärtige Verbrechen – un es betrifft beide Seiten – Deutsche und Israelis.

Die Bevölkerungen auf beiden Seiten können dadurch gewinnen, dass Verbrechen aufgearbeitet werden. Für Deutschland kann es bedeuten, dass endlich die Nazi-Verbrechen richtig aufgearbeitet werden, damit die dadurch entstandenen seelischen Wunden heilen können. Und für die Menschen in Westasien bedeutet es, dass der Fehler der ethnozentrischen Ideologie des Zionismus erkannt werden kann und sich den Menschen mit der Überwindung der rassistischen und obendrein religiös verbrämten deutschen Ideologie des ethnischen Zionismus endlich eine echte Friedensperspektive bietet.

Es ist eine vage Hoffnung, dass es mit diesen kleinen literarischen Tabubrüchen gelingen wird, den großen Tabubruch, nämlich das Führen eines Angriffskrieges gegen Iran zu verhindern, aber wenn jeder seinen Teil dazu beiträgt, kann es gelingen.

PS: Die taz, das Zentralorgan politischer Korrektheit in Deutschland, hat schon vor mehr als fünf Jahren in einem satirischen Beitrag, der wohl weder als Satire geschrieben noch so gekennzeichnet war, über das Tabu der Israel-Kritik geschrieben: Isolde Charim am 02.08.2006 bei der taz: So ist Israelkritik politisch korrekt – Sie wollen Israel kritisieren? Das geht natürlich – wenn Sie einigen Regeln folgen. Eine Anleitung “So ist Irankritik politisch korrekt” konnte bei taz hingegen nicht gefunden werden. Aber was nicht, kann ja noch werden. Beim Literatur-McCarthyismus der taz scheint das zumindest nicht ausgeschlossen.

12 Responses to “Tabubrüche”

  1. ZWG Sagt:

    @Blogger

    Zur Verdeutlichung des wichtigen Unterschieds zwischen politisch rechts (dem Grass-Text, den Sie als “exzellentes Gedicht” ausloben) und politisch links hier ein vor Jahrzehnten veröffentlichtes politisches Poem von Erich Fried (1921-1988). Dort wird (ohne das falsche Grasspathos à la „Warum sage ich jetzt erst, / gealtert und mit letzter Tinte:“) in 24 Zeilen durchgestaltet der Verkehrungsprozess von Verfolgten in Verfolger und von Unterdrückten in Unterdrücker angesprochen (http://home.arcor.de/giv/infi/intifada.html):

    *”Höre, Israel!

    Als wir verfolgt wurden,
    war ich einer von euch.
    Wie kann ich das bleiben,
    wenn ihr Verfolger werdet?

    Eure Sehnsucht war,
    wie die anderen Völker zu werden
    die euch mordeten.
    Nun seid ihr geworden wie sie.

    Ihr habt überlebt
    die zu euch grausam waren.
    Lebt ihre Grausamkeit
    in euch jetzt weiter?

    Den Geschlagenen habt ihr befohlen:
    “Zieht eure Schuhe aus”.
    Wie den Sündenbock habt ihr sie
    in die Wüste getrieben

    in die große Moschee des Todes
    deren Sandalen Sand sind
    doch sie nahmen die Sünde nicht an
    die ihr ihnen auflegen wolltet.

    Der Eindruck der nackten Füße
    im Wüstensand
    überdauert die Spuren
    eurer Bomben und Panzer.”


  2. [...] besonders einige qualifizierte Beiträge aus wissenschaftlicher Sicht, siehe „Hintergrund“, Parteibuch und Huisken (“Deutscher Großdichter als Weltgewissen – national abgewatscht”). [...]

  3. einparteibuch Sagt:

    @ZWG
    Siehe Tabubruch 2. Ich denke, das “Pathos” – das zur Beschreibung der deutschen NS-Verbrechen Pficht ist, in Bezug auf israelische Verbrechen hingegen verboten ist – ist ein von Günter Grass in diesem Gedicht bewusst und intelligent zum Tabubruch eingesetztes Stilmittel.

    Mach mal die Gegenprobe: Hätte Grass mit solchem überhöhenden Pathos im Kern des Gedichtes die deutschen NS-Verbrechen anstelle der von Israel ausgehenden Kriegsgefahr angeprangert, dann wäre das Gedicht gerade wegen des Pathos von der Israel-Lobby sicherlich einhellig gelobt worden.

  4. ZWG Sagt:

    Hi, Parteibuch, ist Ihnen nicht aufgefallen, daß mit Ausnahme der bei HINTERGRUND letztbeiden kurz zitierten [isralischen Staatsbürger] “Intellektuellen” a l l e dieser Promiinternationalisten “rezeptive” Ideologen und wohlbestallte STAATSDIENER sind? Mir fiel´s auf und da denk ich drüber nach … daß ich den großen Schweiger GraSS verachte – nun, das dürfte auch Ihnen nicht verborgen geblieben sein …

  5. einparteibuch Sagt:

    @ZWG
    Ist Ihnen noch nicht aufgefallen, dass die ganzen Mainstreammedien der westlichen Welt einschließlich der darin zu Wort kommenden Einflussagenten ein einförmiger Einheitsbrei aus übelster Propaganda sind, der für die breite Meinungsbildung irrelevante Ausnahmen nur ab und zu zulässt, um die Illusion aufrecht zu erhalten, es gäbe so etwas wie eine freie Presse? Hier mal ein Interview und ein paar Links zur Situation in den deutschen Medien:

    http://nocheinparteibuch.wordpress.com/2012/02/27/uber-die-medien-und-das-katastrophale-medienversagen/

    Und ja, ich konnte Grass Schriftstellerei auch nie leiden, nämlich gerade deshalb, weil er nicht den Mut hatte, wirklich unangenehme Tabus zu brechen und so lautstark zu sagen, was Sache ist, dass man es auch hört. So war Grass eben gerade Teil dieses verlogenen von der CIA – Abteilung Congress for Cultural Freedom – geführten Kultur- und Medienbetriebes der Bundesrepublik Deutschland, in dem in den letzten Jahren die Israel-Lobby immer mehr Macht bekommen hat.

    Und genau deshalb ist das Gedicht von Grass ein Hammer – er – der wichtigste Frontmann dieses verlogenen Kulturbetriebes – verlässt damit den Konsens dieser moralisch verkommenen Elite.

    Klar, vielleicht kommt später mal raus, dass dieses Gedicht ein Auftragswerk für Obama und die CIA oder Ex-Mossad-Boss Meir Dagan war, die damit gegen Netanjahu und die zionistische Kriegs-Lobby vorgehen wollen – wer weiß das schon – aber dieses Gedicht markiert eine Zäsur und bringt endlich kulturelle Freiheit. Um das festzustellen, muss man Grass bisher nicht gemocht haben.

    Dieses Gedicht ist von der Bedeutung her vergleichbar mit der Aussage von Giulio Andreotti, in der er bestätigte, dass Gladio existiert oder dem Buch “Die Israel-Lobby” von Walt/Mearsheimer, in dem sie erklärten, dass eine in den USA eine sehr mächtige Israel-Lobby existiert und diese die maßgeblich treibende Kraft hinter dem Krieg gegen den Irak war. Das Gedicht bricht eine gigantische Mauer aus Tabus, die dazu gedient haben, die Menschen in Deutschand dumm zu halten, und gegenwärtige und vergangene Verbrechen einer verbrecherisch handelnden Elite zu vertuschen.

    Die zionistische Kriegstreiber-Lobby wird Günter Grass dieses Gedicht nie verzeihen – gerade weil es exzellent ist.


  6. [...] Journaille bietet die ganze Palette an Argumenten auf, um ihrem Publikum zu erkären, warum das raffinierte Antikriegsgedicht “Was gesagt werden muss” schlecht ist. Auf das besondere Interesse dieser deutschen Geistesgrößen ist dabei auch der Titel [...]


  7. [...] Nieszery hat zum aus gutem Grund tabubrechendem Grass-Gedicht “Was gesagt werden muss” laut Google-Cache seiner Webseite vom 4. April [...]


  8. [...] zurecht weithin gelobten und weltberühmten Autor Günter Grass wurde ob seines raffinierten Gedichtes “Was gesagt werden muss” unter anderem Antisemitismus vorgeworfen. Doch wo [...]


  9. [...] gesagt werden muss” ist damit auf der Spitzenebene der deutschen Politik angekommen und hat, genau wie vom Parteibuch vorausgesagt, eine Tür hin zu einer ausgewogeneren deutschen Nahostpolitik [...]


  10. [...] staatliche deutsche Märchenschau versucht auch nach dem exzellenten Grass-Gedicht “Was gesagt werden muss” ihre Leser weiter für dumm zu verkaufen und der zionistischen [...]


  11. [...] Gabriel schrieb Apartheid-Regime, Günter Grass nannte Israel eine Gefahr für den Weltfrieden und nun setzt es auch noch derbe Kritik vom renommierten [...]

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