Banken befürchten weitere Bankenpleiten

23. November 2011

Bei deutschen Banken und Instituten in anderen europäischen Top-Ländern ist das Geld sicher. Gleich welchen Chef einer Bank man fragt, seine Bank steht blendend da.

Klar, wenn eine deutsche Bank bei einer Marktkapitalisierung von 20 Mrd Euro eine Bilanzsumme von 2000 Mrd Euro und 50 Mrd Euro Eigenkapital hat, dann kann da kein Außenstehender ganz genau wissen, ob da und dort nicht vielleicht doch zu optimistisch gerechnet wurde. Wenn die deutsche Bank nun “darüber nachdenkt“, sich von Teilen der Vermögensverwaltung zu trennen, dann kann man auf den Gedanken kommen, dass die tatsächliche Lage nicht ganz so toll ist wie behauptet. Und wenn ein Bankster einer mit Staatsgeldern vor der Pleite geretteten kommerziellen Bank angesichts von neuen Berichten über Milliardenlücken seelenruhig erklärt, er sei nicht bereit, sich auf Vorrat zu rasieren, und man müsse abwarten, welche Kapitalanforderungen die europäische Bankenbehörde EBA letztlich stellen werde, dann wirkt das auch etwas seltsam.

Aber letztlich sind das nur Verschörungstheorien. Die Banken sind sicher. Das sagen die Politiker, die Medien und jeder, der wirklich etwas davon versteht. Die EU hat das mit Stresstests bestätigt und von den drei großen US-europäischen Ratingagenturen bekommen europäische Banken aus den Top-Ländern praktisch durch die Bank gute bis hervorragende Bonitätsnoten. Freilich, die Dexia ist kurz nach dem hervorragend bestandenen EU-Stresstest pleite gegangen, und die Rating-Agenturen haben auch Lehman Brothers eine hervorragende Bonität bescheinigt, aber das sind natürlich nur extrem seltene Ausreißer. Die Banker selbst sehen ihre Geldhäuser als grundsolide an und es gibt keinen ernsthaften Grund, an ihren Worten zu zweifeln.

Und dann kommt da sowas bei der ARD:

“Der Geldmarkt funktioniert derzeit überhaupt nicht”, berichtete am Dienstag ein Disponent. Der Interbanken-Markt sei praktisch ausgetrocknet, die Banken würden sich untereinander kaum noch Geld borgen. Sie fürchten, dass andere Geldinstitute pleitegehen und sie auf ihren Forderungen sitzenbleiben.

Im Klartext: Bankster glauben von sich jeweils gegenseitig, dass sie womöglich eigentlich schon pleite sind und der Bankrott jeden Tag eintreten könnte. Das ganze Gerede von der guten Bonität, dass Rating-Agenturen und EU verbreiten: das glauben die Bankster selber nicht.

Tatsächlich sind die Banken nach den ganzen Zockereien und Bonus-Zahlungen trotz Aber-Milliarden hineingepumpten Steuergeldes so klamm, dass sie nicht einmal Geld haben, um mit Bundesanleihen ihre Kasse aufzubessern: Deutschland bleibt auf Anleihen sitzen. Wenn der Staat die Anleihen nicht los wird, hat er bald kein Geld mehr, was er den Bankstern für Bonus und Einsatz im Casino rüberschieben kann. Doch solange geht es weiter im Casino. Neues Spiel, neues Glück. Als nächstes gibt es Eurobonds, gemischte Wundertüten aus all den Schuldscheinen, die heute Einzeln niemand kaufen will.

Der Effekt wird wohl sein, dass zukünftig alle Länder Europas gleich pleite sind, und bei der kriminellen Plünderung der Staatskassen durch die regierenden Bankster auch wirklich kein Krümel übersehen wird. Der Krug geht solange zum Brunnen bis er bricht. Aber das dauert noch etwas. Es ist also noch Zeit, mehr Laternen aufzustellen, natürlich nur, um Licht zu machen.

About these ads

2 Responses to “Banken befürchten weitere Bankenpleiten”

  1. freegypsyman Sagt:

    ich erinnere mich, dass die aussage der ard bereits etwa anfang 2011 oder ende 2010 gemacht wurde. die ard braucht halt ein wenig länger, um mit den fakten rauszurücken. wie die kriminellen politiker eben auch.

    generell sollte man auch die medien und presse in die verantwortung nehmen. man könnte damit anfangen, die statuten und berufsregeln zu hinterfragen und druck auf die verbände ausüben, da die presse zunehmend zu einem PR apperat verkommen ist und schon lange nicht mehr den eigentlichen grundauftrag der unparteilichen berichterstattung erfüllt.

  2. Spot Sagt:

    Man braucht im Zeitalter des www die Springer, Burda Bertelsmann gegängelten Medien nicht mehr. Alternative Info-Quellen gibt es reichlich.

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.